Wenn der neue Ortsvorsteher bei Amtsantritt seines Vorgängers gerade die erste Klasse der Postdammschule besuchte, deutet das entweder auf eine lange Amtszeit oder einen jungen Nachfolger hin. In Lintel wurde bei der Verabschiedung von Gerhard Stiens deutlich, dass beides zutrifft. Fast drei Jahrzehnte gestaltete er die Geschicke des Dorfes mit und vertrat die Interessen seiner Bewohnerinnen und Bewohner in vorderster Front. 40 Vertreterinnen und Vertreter aus 13 Linteler Gruppen und Vereinen, Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde sowie langjährige Wegbegleiter bedankten sich nun im kleinen Kreis im Linteler Feuerwehrhaus für „Stienos“ großes Engagement.
Gerhard Stiens habe sich nie in den Vordergrund gestellt, sodass viele gar nicht wissen können, wie viel Gutes er dem Dorf gebracht habe, betonte stellvertretender Bürgermeister Frank Schürmann bei der Verabschiedung. Dem konnte Thomas Walter als neuer Ortsvorsteher in seiner Ansprache beipflichten. „Stieno hat die Leute und das Dorf glänzen lassen“, zitierte er dessen Wegbegleiter. An Herausforderungen und Aufgaben zur Entwicklung des Dorfes mangelte es in den Jahren nicht: Der Erhalt des Schulstandortes an der Kapellenstraße sowie weitreichende Infrastrukturprojekte wie der Ausbau des Radwegenetzes, ein neuer, für alle zugänglicher Sportplatz, die Bushaltestelle am Postdamm und nicht zuletzt die Siedlungserweiterungen am Schulbusch und in der Waldsiedlung prägen Ortsbild und Lebensqualität im Dorf heute und künftig positiv. Nicht unerwähnt ließ Thomas Walter auch, dass es für seinen Vorgänger selbstverständlich ist, bei Projekten wie der Anlage und Pflege der Obstwiese an der Schule oder anderer Grünflächen tatkräftig mit anzupacken. Auch als langjährig Engagierter in Gruppen und Vereinen wie der Feuerwehr, der Ortsunion und im Verein „Lintel – wir für hier“ prägte Gerhard Stiens das Linteler Dorfgeschehen.

Stiens selbst bedankte sich rückblickend vor allem für die Unterstützung, die ihm in den Jahren seiner Amtszeit zuteilwurde, und betonte die hervorragende Teamarbeit zwischen Engagierten, Gruppen und Vereinen im Ort. Als eines seiner Herzensprojekte erinnerte er sich an die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Hier hatte Lintel 2017 den Kreiswettbewerb gewonnen und war im Folgejahr im Wettbewerb auf Landesebene mit der Silberplakette ausgezeichnet worden.
So war Gerhard Stiens an diesem Abend mit Bratwurst und Bier wohl der einzige, der nicht sich selbst, sondern das Dorf und die Lintelerinnen und Linteler in den Mittelpunkt rückte. Die werden ihren neuen Ortsvorsteher nach Kräften bei zukünftigen Projekten und Entwicklungsvorhaben unterstützen – und können sich für die langfristige Planung von dessen Verabschiedung in der Postdammschule schon mal nach Ortsvorstehernachwuchs umsehen.

