„..irc…“ ist noch zu lesen – das Bushaltestellenschild vor der Postdammschule an der Kapellenstraße hat schon bessere Zeiten gesehen. Auch wenn es fairerweise um die angefahrene Haltestelle Pöppelbaum im Dorfzentrum besser steht, könnte man es als Symbol für die aktuelle ÖPNV-Verfügbarkeit für die Linteler:innen anerkennen. Doch daran kann sich – auch durch Mitwirkung und Vorschläge aus Lintel – bald etwas ändern.
Zum Jahresende hat der Rat der Stadt Rheda-Wiedenbrück über die mögliche Einführung eines neuen Mobilitätsangebots beraten: des sogenannten ÖPNV-Taxis, auch „Flex-Taxi“ genannt. Ziel dieses Angebots ist es, den öffentlichen Nahverkehr dort zu ergänzen, wo der klassische Linienbus nicht oder nur eingeschränkt unterwegs ist – insbesondere in den Ortsteilen.
Das Flex-Taxi ist Teil des öffentlichen Nahverkehrs und fährt nur dann, wenn es im gewünschten Zeitraum keine passende Busverbindung gibt. Fahrten können per App oder telefonisch gebucht werden, jeweils mit einer Vorlaufzeit von mindestens 30 Minuten. Das System prüft bei jeder Anfrage automatisch, ob zunächst eine Busverbindung genutzt werden kann. Erst wenn das nicht möglich ist, kommt das Flex-Taxi zum Einsatz.
Fahrten zwischen den Ortsteilen und nach Wiedenbrück
Gefahren wird innerhalb des Ortsteils, zwischen den beteiligten Ortsteilen sowie zu zentralen Haltestellen in Rheda und Wiedenbrück, von denen aus der reguläre Bus- oder Bahnverkehr erreicht werden kann. Als Haltepunkte dienen grundsätzlich die bestehenden Bushaltestellen. Zusätzlich können sogenannte virtuelle Haltepunkte eingerichtet werden, etwa an Stellen im Ort, die häufig genutzt werden, bislang aber keine direkte ÖPNV-Anbindung haben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, gegen einen Aufpreis von 4 Euro direkt an der Haustür abgeholt oder abgesetzt zu werden.
Die Nutzung des Flex-Taxis erfolgt zu den regulären ÖPNV-Tarifen. Eine Einzelfahrt innerhalb des Stadtgebiets kostet 3,10 Euro, Inhaberinnen und Inhaber von Monatskarten oder des Deutschlandtickets können das Angebot ohne Aufpreis nutzen. Damit ist das Flex-Taxi preislich mit dem Bus vergleichbar, bietet aber deutlich mehr Flexibilität, insbesondere in Randzeiten und für Wege abseits der Hauptlinien.
Der Rat hat sich grundsätzlich für die Einführung des Flex-Taxis als Modellprojekt ausgesprochen. Ein Start ist nach aktuellem Stand frühestens im Laufe des Jahres 2026 realistisch, voraussichtlich im zweiten Halbjahr. Bis dahin werden unter anderem Fördermittel beantragt, Details ausgearbeitet und das Angebot weiter konkretisiert.
Vorschläge für Haltepunkte können eingereicht werden
Nachdem das Thema bereits in der Dorfwerkstatt 2024 zur Sprache kam und dort im Ideenspeicher festgehalten wurde, gibt es nun die Gelegenheit zur konkreten Beteiligung. Ein wichtiger Bestandteil der weiteren Planung ist die Frage, wo im Ort sinnvolle Haltepunkte liegen. Die Stadt ruft ausdrücklich dazu auf, Vorschläge einzubringen. Hinweise auf Orte, an denen ein zusätzlicher Halt den Alltag erleichtern würde – etwa in Wohngebieten, an Treffpunkten oder bei wichtigen Einrichtungen – können helfen, das Angebot passgenau für Lintel zu gestalten.
Wer sich umfassender informieren möchte, findet alle Hintergründe, Kostenübersichten und Planungen in der Ratsvorlage zum Tagesordnungspunkt „Möglicher Einsatz des Flex-Taxi in Rheda-Wiedenbrück“. Die PDF ist auf der Internetseite der Stadtverwaltung hier abrufbar.

